Kulturring

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  • 19.01.2023 19:00 - 19.01.2023 19:00

    Eigentlich sollten es eher inhaltliche Aspekte sein, die ein Buch charakterisieren. Aber als 1970 Arno Schmidts „Zettel’s Traum“ erschien, unterließ es kaum ein Kritiker, die Äußerlichkeiten dieses schon durch den Faksimiledruck des ungewöhnlichen Buches aufzuzählen, dessen 2000 Exemplare, jedes davon vom Autor signiert, trotz eines Umfangs von 1352 dreispaltigen DIN A 3-Seiten, einem Gewicht von neun Kilogramm und des stattlichen Preises von 345 DM innerhalb kürzester Zeit verkauft waren. Für „Nachschub“ sorgte dann zum großen Ärgern Arno Schmidts ein Raubdruck im DIN A 4-Format zu einem weitaus erschwinglicheren Preis.

    Schon vor drei Jahren wollten Torsten Kleiber und Wolfgang Brandes in ihrer Reihe „Arno Schmidt les’n“ auf das Jubiläum „50 Jahre Zettel’s Traum“ eingehen. Corona kam dazwischen, so dass ihr Abend zu dem Monumentalwerk, das Arno Schmidts Bekanntheitsgrad erheblich steigerte, nun erst mit dreijähriger Verspätung nachgeholt werden kann. Am Donnerstag, dem 19. Januar, laden sie um 19 Uhr in den Bad Fallingbosteler Ratssaal ein. Der Eintritt zu dieser Veranstaltung des Kulturrings ist frei.

    Natürlich reichen anderthalb Stunden nicht aus, um ein solch vielschichtiges Werk mit der von Arno Schmidt gebildeten Etym-Theorie eingehend vorzustellen. Vermitteln lässt sich aber ein erster Eindruck von einem Roman, in dem Edgar Allan Poe, den Schmidt erstmals in seiner Cordinger Zeit übersetzt hatte, eine große Rolle spielt. Herausgestellt wird, dass Schmidt nicht nur ein grandioser Sprachkünstler ist, sondern auch ein großer Humorist, der eine zärtliche Liebesgeschichte in sein Mammutwerk einzuweben versteht.