Cuba – Insel im Aufbruch

Nach mehr als 50 Jahren Eiszeit zwischen Washington und Havanna sucht Kuba seit dem Rücktritt und Tod des sozialistischen Präsidenten Fidel Castro einen neuen Weg. Davon zeugt nicht nur die jüngste Annäherung an den Erzfeind USA und der Besuch von Papst Franziskus auf der Insel, wo dieser auf dem riesigen Platz der Revolution in Havanna unter dem überlebensgroßen Konterfei Che Guevaras einen Freiluftgottesdienst feiern konnte. Barack Obama und Raúl Castro haben sich feierlich die Hand gegeben, Botschaften wurden eröffnet, und das fünf Jahrzehnte bestehende US-Embargo wurde gelockert. Viele Kubaner haben zum ersten Mal in ihrem Leben Zugang zum Internet und in Havanna sieht man inzwischen viele amerikanische Touristen. Doch wie wirkt sich dieser Wandel auf die Menschen in Kuba aus? Dieser Frage geht der Fotograf Bruno Maul seit einigen Jahren auf den Grund. Am 13. Januar zeigt er dazu beim Kulturring Fallingbostel seine neue, mehrfach preisgekrönte Live-Reportage aus dem Herzen des karibischen Sozialismus. Der Vortrag beginnt um 19.00 Uhr im Ratssaal der Kreisstadt.

© Bruno Maul

Bruno Maul hat seit 2001 als Fotograf und Journalist Südamerika intensiv bereist, vor allem aber war auf Kuba. Er hat aus der Karibik zahlreiche Anekdoten mitten aus dem kubanischen Alltag mitgebracht: lustig, skurril und herzerweichend. Seine Lichtbildshow ist eine Hommage an das kubanische Volk, seinen jahrzehntelangen Kampf ums tägliche Überleben, seinen ungebrochenen Lebensdurst und seinen Aufbruch in eine ungewisse Zukunft. Mit seinem Vortrag hat er eine Mischung komponiert aus wunderbaren Portraits und Landschaftsaufnahmen, die vom Soundtrack kubanischer Bands, aufgenommen in den Hinterhöfen Havannas und den Proberäumen der Musiker, unterstützt wird. Er zeigt vor allem die Jugend, ihre Musik, ihre Hoffnungen und Träume auf ein besseres und freieres Leben. Doch auch das „alte Kuba“, zerfallende Architektur, museumsreife und sozialistische Dogmatik sind Teil seiner nostalgischen Bestandsaufnahme. Es sind die tiefen Gegensätze im Alltag der Kubaner, die in packenden, nachdenklichen und amüsanten Anekdoten präsentiert werden. Che Guevara neben Internetrevolution und Smartphone-Kultur, Heavy Metal und Hinterhof-Protestmusik neben Revolutionsromantik.In seiner Dia-Audiovision zeigt er Kuba aus einer einzigartigen Perspektive: Bilder und Geschichten hautnah am Menschen, gepaart mit Musik aus den Hinterhöfen Havannas. Hier treffen fotografische Fertigkeiten auf kubanischen Charme! Seit Fidel Castros Revolution scheint die Zeit in Havanna an vielen Stellen stehen geblieben zu sein. Dieses spezifisch kubanische Flair erlebt der Zuschauer bei der Architektur-Fotografie in den Straßen der Revolution und den Bildern aus der „musikalischen Hauptstadt“ Santiago de Cuba. Die Produktion des Rums, die Salsa und die Natur im berühmten Viñales-Tal sowie das bedeutendste Naturschutzgebiet, der Nationalpark Alejandro de Humboldt werden in Wort und Bild vorgestellt. Damit vermittelt Bruno Maul tiefe Einblicke in Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft des Karibikstaates unter roter Flagge – „The wind of change“ ist auf Kuba angekommen, auch wenn das Regime Castro die Zügel noch straff in der Hand hält.

Bruno Maul, 1975 in Immenstadt im Allgäu geboren und in einer Handwerkerfamilie aufgewachsen, hat mit 15 Jahren den Beruf des Schreiners erlernt, zu welchem er sich aber eher verdammt als berufen fühlte. Über das Reisen ist er dann zur Fotografie gelangt. Nach einer handwerklichen Fotografen-Ausbildung hat er sich 2005 selbständig gemacht und arbeitet seitdem als freier Fotograf und Reisejournalist.

Karten für die Veranstaltung sind im Vorverkauf bei der Bad Fallingbosteler Buchhandlung Raufeisen und an der Abendkasse erhältlich.